www.peter-luther.de

Thesenanschlag zum Tag der Hunderttausend (02.06.2004)

Thesen für den Religionsunterricht
Thesen für die Politik

Thesen für unser Land

Alle Thesen zum Herunterladen (pdf-Datei, 59 kB)

Im Bewußtsein...

  • dass der moderne Staat, der der Menschenwürde und der Freiheit verpflichtet ist, den religiösen Überzeugungen zwar neutral, aber nicht gleichgültig gegenübersteht,
  • und dass Unterricht und Erziehung bei den gesellschaftlichen Zukunftsfragen und für die Beantwortung persönlicher Existenzfragen auf das Potential der Religionen nicht verzichten dürfen,

wurden die folgenden Thesen zumTag der Hunderttausend von Dr. Peter Luther am 02. Juni 2004 veröffentlicht.

Thesen für den Religionsunterricht

  1. Bildung muss ermöglichen, dass ein Mensch zu sich selbst findet- zu einem schöpferischen, gemeinschaftsfähigen und vertrauensvollen Individuum. 
    Der Mensch ist mehr als eine Arbeits– und Kaufkraft.
  2. Religionsfreiheit ist ohne Religiöse Urteilskraft ein hohler Begriff. Wer beides stärken will, muss Heranwachsenden die Begegnung und Auseinandersetzung mit gelebtem Glauben ermöglichen.
  3. Religiöse Gesprächsfähigkeit muss auch in Berlin eine Kernkompetenz werden. Sie ist der beste Schutz vor Fundamentalismus und Fanatismus. 
  4. Wer die religiösen Wurzeln Europas und die vielfältig begegnende Religiosität ausblendet, macht Schülerinnen und Schüler in ihrer kulturellen Existenz sprach- und hilflos. 
  5. Die Parole „Religion ist Privatsache“ ist irreführend. Religiöse Überzeugungen bestimmen das Miteinander, die Ordnung und das Recht einer Gesellschaft - heilsam oder verhängnisvoll.
  6. Im Religionsunterricht können Kinder und Jugendliche einen verlässlichen Grund für sich entdecken und über Ziel und Sinn des Lebens nachdenken. Insofern gehört religiöse Bildung zum Auftrag der Schule, denn Religionsunterricht hilft unseren Kindern, sich in der Welt zurecht zu finden und mit anderen Religionen auseinander zu setzen. 
  7. An den öffentlichen Schulen Berlins hat religiöse Bildung bisher nicht den Ort, der den Herausforderungen des 21.Jahrhunderts entspricht. Ein Wandel ist fällig : 
    Religionsunterrichtgehört als Wahlpflichtfach verbindlich an jede Schule. 

Thesen für die Politik

  1. Wer in der Öffentlichkeit sagt, schreibt oder plakatiert „...Bildung unserer Kinder ist das höchste Ziel...“ – und an die Macht gekommen – Religionsunterricht und damit Wertevermittlung streicht, handelt unmoralisch und falsch.
  2. Wer „Orientierungslosigkeit der jungen Generation“ permanent beklagt, dann aber Religionsunterricht an Schulen verhindert, handelt verantwortungslos und doppelzüngig.
  3. Das Vertrauen der Menschen jedoch, in die Politik, in andere Menschen, in die Kraft zur Erneuerung unserer Wirtschaft, ist bei vielen Menschen verloren gegangen und muss unbedingt wieder hergestellt werden. 
  4. In keinem Land Europas reden die Menschen so schlecht über ihr eigenes Vaterland, wie wir es in Deutschland tun, dabei haben wir genügend Grund, dass auch wir stolz auf unser Land sein können, auf unsere Kultur, unsere Wissenschaft, unseren Fleiß,
  5. deshalb muss bei den Menschen die eigene Verantwortung in allen Bereichen des Lebens wieder an die vorderste Stelle im Denken und Handeln kommen.
  6. Die Kritik an Missständen in unserem Land dient häufig nur der Ausrede dafür, sich selbst nicht einzumischen und an der Beseitigung der Missstände selber zu helfen. 
  7. Die Politik braucht wieder Entschlossenheit auch zu unbequemen Wegen, wenn sie denn den Menschen in Stadt und Land auch wirklich hilft, denn Deutschland ist in der Welt zu langsam geworden; zu langsam im politischen Handeln, zu langsam im Erneuern, zu langsam im Reformieren ....

Thesen für unser Land

  1. Die Liebe zu unserem Land, in dem wir aufgewachsen sind, in dem wir leben wollen, ist die Voraussetzung, um andere Länder achten und respektieren zu können. Nur wer sich selbst liebt, kann auch den anderen lieben. 
  2. In einem zusammenwachsendenden Europa sind Toleranz, soziale Gerechtigkeit und eigenverantwortliches Handeln Grundvoraussetzungen für funktionierende Demokratien und Frieden. Jeder Mensch auch in unserem Land muss sich fragen, was er wirklich für sein Land tut.
  3. Die soziale Sicherheit hat in Deutschland einen hohen Stand erreicht. Schwachen und Hilflosen wird geholfen! Diejenigen aber, die den Sozialstaat missbrauchen, haben den Anspruch auf die Solidarität der Gesellschaft verloren, denn 
  4. Es gibt in Deutschland keinen Anspruch auf Wohlstand, ohne die Pflicht, auch selbst etwas für die Gesellschaft zu leisten.
  5. Bildung ist Grundvoraussetzung für gesellschaftlichen Wohlstand und die Entwicklung des Einzelnen. Auf die Talente unserer Kinder sind wir stolz – sie müssen wir fördern. 
  6. Wertevermittlung ist heute wichtiger denn je. Kindern muss wieder näher gebracht werden, was respektvoller Umgang miteinander ist, wie Vertrauen aufgebaut wird und, dass auch Verzeihen lernen hilfreich ist. Es muss ihnen der Umgang mit Erfolg und Misserfolg vermittelt werden. 
  7. Dem dient der Religionsunterricht; er muss von ausgebildeten Lehrern auf der Basis unserer abendländischen Kultur erfolgen, denn diese ermöglicht ein tolerantes Miteinander aller Religionen. Religiöse Bildung darf nicht den Hass-Predigern überlassen werden, diese haben in unserem Land keine Heimat und auch kein Heimatrecht.